Arbeitgeber sollten, sofern noch nicht geschehen, unverzüglich einen Handlungsplan aufstellen, wie sich die Mitarbeiter verhalten sollen. Das umfasst die Frage wie mit (1) eigenen Mitarbeitern und (2) Kunden/Besuchern umgegangen wird, bei denen keine einschlägigen Symptome und/oder bei denen Symptome festgestellt werden. Sinnvollerweise sollte man die Anweisungen schriftlich fassen. Ein weiterer Hinweis an die Mitarbeiter wäre gut, dass es in nächster Zeit zu FakeMails (insbesondere Pishingmails kommen kann, wo irgendwelche Kriminelle auf dieser Welle sich Zugang zu Daten und Firmen verschaffen wollen. Bei jeder (externen) Mail darauf achten, dass die Mail nicht selbst mit einem Virus versehen ist.

Wie erkenne ich die Symptome für Corona?

Hier gibt der Artikel "Wie unterscheiden sich ..." in der FAZ vom 14.03.2020 eine erste Orientierung unter https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/symptome-wie-unterscheiden-sich-corona-erkaeltung-und-grippe-16679026.html oder auszugsweise hier:

Grippe und Coronainfektionen lassen sich nicht immer leicht unterscheiden. Sehen Sie hier die typischen symptomatischen Unterschiede:

Merkmal

Corona

Erkältung

Echte Grippe

Durchfall

selten

nie

gelegentlich bei Kindern

Entkräftung

manchmal, 44 Prozent leiden bisher darunter

leicht geschwächt

heftig

Fieber

häufig, mäßig bis stark

erhöhte Temperatur

schnell einsetzend, hoch

Gliederschmerzen

selten

möglich, aber selten

stark

Halsschmerzen

selten

zu Beginn

selten

Husten

häufig, trocken, bisher leiden etwa zwei Drittel darunter

trocken zu Beginn und Ende, währenddessen verschleimt

schmerzhaft, trocken

Kopfschmerzen

sehr selten

mäßig bis stark

heftig

Krankheitsbeginn

eher plötzlich

schleichend

plötzlich

Krankheitsverlauf

Inkubation fünf bis 14 Tage; Krankheit bis zu 14 Tage, milder Verlauf bei 81 Prozent

sieben bis neun Tage

sieben bis 14 T., Erholung nach Wochen

Kurzatmigkeit

manchmal, bislang etwa die Hälfte der Fälle

nie

nie

Niesen

nie

häufig

nie

Schnupfen

selten

stark

selten

Schüttelfrost

selten

nie

manchmal

 

Grafik: uen. / Quelle: F.A.Z.

Machen Sie im Zweifel vorsorglich einen Test!

 

 

Bislang wird die Gefahr einer Corona-Infektion bei Betrieben hauptsächlich betriebswirtschaftlich gesehen( Unterbrochene Lieferketten, schwindende Absatzmärkte, Umsatzeinbußen). 

 

Tatsächlich liegt die reale Gefahr sehr viel näher als viele derzeit erkennen: So geht ein Betrieb unabsehbare und eventuell auch gar nicht mehr versicherte Risiken ein, wenn er bestimmte Maßnahmen fahrlässiger Weise missachtet. 

Immer mehr Personen kommen in Quarantäne, nicht immer freiwillig. Für einige stellt sich die Frage, ob sie das einfach so hinnehmen sollen. Denn wer in Quarantäne muss, ist gar nicht krank. Das Gesundheitsamt kann die Quarantäne einer Person anordnen, wenn diese (1) positiv auf das Corona Virus getestet wurde, aber keine oder nur geringe Symptome auftreten, (2) in den vergangenen 14 Tagen in einem „Risikogebiet“ waren und/oder (3) in Kontakt mit einem nach erkrankten Convid-19-Person gekommen sind.

 

Wer in Quarantäne muss, ist zwar nicht krank, kann aber auch nicht zur Arbeit. Wer zahlt den Ausfall? Das Gesundheitsamt. Das ist die Behörde, die nach dem Infektionsschutzgesetz regelmäßig eine Quarantäne anordnet. In der Regel zahlt der Arbeitgeber das Gehalt ganz normal weiter, stellt aber bei der Behörde einen Anspruch auf Erstattung. Diese muss binnen 3 Monaten geschehen, ebenso wenn ein selbstständiger Verdienstausfall geltend macht.

In China kommt es gerade so. Nach aktuellen Berichten auf n-tv.de droht etwa 18 Millionen kleinere Firmen in China die Pleite in Folge der  Coronavirus-Epidemie. In vielen Teilen des Landes kam mit Abriegelung, Ausgangssperren usw. die Wirtschaft zum Erliegen. Kosten und Verpflichtungen der Unternehmer blieben, Einnahmen leben zum Teil komplett aus. In vielen Fällen können die entstandenen Einnahmeverluste nicht nachgeholt werden. Lieferengpässe in vielen Wirtschaftsbereichen tun ihr übriges.

 

Die Behörden in Deutschland rücken noch nicht so recht raus, welche Maßnahmen im Einzelfall geschehen,  wenn sich das Ausmaß der Erkrankungen signifikant erhöht. Und damit ist zu rechnen. Es gibt eine Reihe von Notfallplänen (ähnlich wie in Italien), die nach Intention umgesetzt werden und als "Nebeneffekt" das Wirtschaftsleben gewisse Zeit lahmlegen. Selbstständige und Unternehmer sind in Deutschland hierauf überhaupt nicht vorbereitet. Schätzungsweise haben Unternehmen und Selbstständige zu mehr als 95 Prozent keinen Notfallplan, keinen Finanzplan und auch sonst keinen Plan. Eigentlich müsste das längst Chefsache geworden sein, insbesondere, wenn es um das Risiko hoher Verluste geht oder zu einem Existenzproblem werden kann. 

 

Nur um einige Beispiele zu nennen: welches sind die Schlüsselpositionen in der Firma? Welcher Ausfall würde die Funktionsfähigkeit der gesamten Firma/Organisation gefährden? Wie kann ein solcher Ausfall schnell kompensiert werden? Können übergangsweise (wenigstens zum Teil) Heimarbeitsplätze eingerichtet werden? Reichen die finanziellen Mittel, wenn sich ein Stillstand von mindestens 4 Wochen einstellt? Gibt es für die Firma/Organisation einen Desinfektionsplan? Gibt es Desinfektionsmittel? Sind Virenbarrieren eingerichtet? Was kann alles abgeschaltet werden? Welcher 'Notlauf' ist notwendig? Mit welchem Personal kann dies umgesetzt werden?

 

Wir haben für Unternehmer und Selbständige bereits sinnvolle Checklisten entwickelt, damit Schwachstellen ohne Kollateralschaden überbrückt werden können. Oder wie man im Süden sagt: The Survival of the Cleverles.