Viele Nutzer:innen von Verkaufsplattformen wie Vinted oder eBay Kleinanzeigen wollen entweder etwas kaufen oder im besten Fall verkaufen. Jedoch ist es wohl öfter dazu gekommen, dass überwiegend weibliche Nutzer solcher Plattformen sexuelle Nachrichten empfangen haben oder gar gebeten wurde, intime Unterwäschefotos zu verschicken.

 

Meist wird dies von männlichen Nutzern gefordert, welche sich teilweise anonymisieren, indem diese Kürzel für ihre Namen verwenden und kein Profilbild zeigen. Es gibt aber auch solche Fälle, in denen Nutzer alles von sich preisgeben und dennoch derart anstößige Nachrichten und Anforderungen gegenüber den Nutzerinnen äußern.

 

Was macht man denn in solch einer Situation? Die Antwort ist einfach: ANZEIGE erstatten! Und zufgleich Strafantrag stellen (das ist wichtig bei Antragsdelikten).

 

Viele Nutzer:innen sind der Auffassung, dass man genau diese anonymen Nutzer nicht ausfindig machen kann und deshalb gegen (sexuelle) Belästigungen nicht vorgehen kann. Das stimmt so aber nicht.

 

Die Technik ist derzeit sehr fortgeschritten, sodass durchaus der anonyme Nutzer kenntlich gemacht werden kann und so auch strafrechtlich verfolgt werden kann.

 

Die Vorgehensweise:

  1. Screenshots (Bildschirmaufnahmen) vom Nachrichtenverlauf machen und bei der örtlichen Polizeidienststelle eine Strafanzeige erstatten.
  2. Die Polizei verfolgt solche Straftaten jedoch nur auf Strafantrag, deshalb ist es wichtig diesen unbedingt bei der Strafanzeige zu unterzeichnen.
  3. Die Polizei fragt dann bei dem entsprechenden Betreiber, im obigen Beispiel bei Vinted oder eBay Kleinanzeigen nach den Informationen des Nutzers. Diese sind verpflichtet, diese Informationen bei Vorliegen einer Straftat herauszugeben. Falls dies nicht möglich ist, kann aufgrund der IP-Adresse der Nutzer ausfindig gemacht werden. Dann wird das Strafverfahren ermittelt und strafrechtliche Schritte eingeleitet.

An alle, die eine derartige Erfahrung leider erlebt haben: Bleiben Sie nicht passiv, sondern zeigen Sie Belästiger im Netz an, damit diese solch eine Handlung nicht erneut vornehmen und rechtlich verfolgt werden.