Unser Mandant hat im Jahre 2017 einen Schummeldiesel der Baureihe Audi A6 Avant 3.0 TDI erworben. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft München II wusste Rupert Stadler zu diesem Zeitpunkt schon seit 2 Jahren, dass diese Dieselreihe ebenfalls vom Dieselskandal betroffen war. Dennoch ging der Verkauf einfach weiter, als sei nichts geschehen. Nach unserer Ansicht und nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wäre Herr Stadler verpflichtet, alle betroffenen Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen bzw. die Verkäufe einzustellen. Das hat er nicht gemacht. Das wird ihm jetzt wohl strafrechtlich auf die Füße fallen, aber auch zivilrechtlich.  Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, wir haben für wenigstens einen Geschädigten Zivilklage erhoben und nehmen Rupert Stadler persönlich in die Haftung. Das Landgericht Arnsberg wird vermutlich noch in diesem Jahr entscheiden, noch vor Abschluss des Strafverfahrens.

Die eindringliche Warnung geht an die geschädigten Dieselkäufer im Musterfeststellungsverfahren. RA Hirt sorgt sich um hunderttausende Geschädigte im Dieselskandal, die bislang noch nicht entschädigt worden sind. Volkswagen hat angekündigt, jedem Geschädigten ein konkretes Angebot zu machen. FISCHER & COLLEGEN kennen diese Angebote und lehnen ab: die Offerten sind durchweg viel zu niedrig. RA Hirt meint sogar, VW weiß das und will die betrogenen Dieselkunden offensichtlich ein zweites Mal reinlegen. 

In einer Strafanklage, die insgesamt 700 Seiten umfassen soll, wird u. A. Der frühere VW-Boss Martin Winterkorn wegen schweren Betruges und strafbarer Werbung (Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) angeklagt. Normalerweise wird die Anklage vom Gericht zur Hauptverhandlung zugelassen, Unklarheiten werden im Rahmen der Hauptverhandlung aufgeklärt oder bestimmte Punkte werden als angeblich nicht strafbar nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Hiergegen kann eine Staatsanwaltschaft nochmals Beschwerde beim nächst höheren Gericht einreichen. Was macht das LG Braunschweig?

Nichts ist umsonst, schon gar nicht guter Rechtsrat. Guter Rechtsrat bedeutet auch immer individueller Rechtsrat für den Einzelfall. Das bedeutet auch, dass man einen persönlichen Ansprechpartner hat. Das ist in vielen Fällen bei der Musterfeststellungsklage leider nicht gewährleistet. Entweder fehlt der persönliche Ansprechpartner, der den Geschädigten persönlich kennt. Oder der Rechtsrat kostet angeblich nichts, weil man Rechte vorweg abtreten soll. Oder der Gegner bietet Direktregulierung an, wie es vorliegend nunmehr Volkswagen angekündigt hat.

 

Wollen Sie wirklich mit Volkswagen selbst verhandeln?

Anscheinend will VW den geprellten Dieselkäufern schon am kommenden Montag über eine Onlineplattform eine Einmalentschädigung zwischen € 1.350 und € 6.357 anbieten. Nachdem Volkswagen mit den Vertretern der Musterfeststellungsklage zunächst einen Konsens gefunden haben schien, ließen die VW-Anwälte den angeblichen Deal wegen Streit über die damit verbundenen oder nicht verbundenen Anwaltskosten platzen und bietet die Vergleichsbeträge künftig direkt an. VW setzt offensichtlich darauf, dass die nicht durch eine Rechtsschutzversicherung  abgesicherten Kunden eigene Prozesskosten scheuen und deswegen in größerer Zahl zustimmen.