Wir haben bereits darüber berichtet, dass erstmals das heimische Oberlandesgericht Karlsruhe (13. Zivilsenat in Freiburg) in drei Fällen VW bzw. die Autohäuser zur Lieferung fabrikneuer, typengleicher Ersatzwagen verurteilt hat. Auf die bislang erfolgte Nutzung und zurückgelegten Kilometer ist kein Nutzungsersatz zu bezahlen.

 

In der Sache ging es um zwei Autokäufe Fahrzeugtyp Touran und Sharan aus dem Jahre 2009 und 2011 sowie Audi A3 aus dem Jahre 2013.

 

Da Ende des Jahres Ansprüche von VW- und Audi-Käufern zu verjähren drohen, sollte jeder Diesel-Besitzer rechtzeitig prüfen lassen, ob ihm Schadensersatzansprüche zustehen und ob er rechtzeitig Ansprüche geltend machen will.

 

Folgende Modelle von VW, Audi, Porsche, Skoda und Seat sind betroffen:

 

Die Motormodelle EA189 und EA897 (Euronorm 4, 5 und 6).

 

Bei VW: Golf, Polo, Passat, Tiguan, Jetta, Scirocco, Beetle, Sharan, Tuareg, Caddy, Amarok.

 

Bei Audi: A1, A3, A4, A5, A6, A7, A8, Q3, Q5, SQ5, Q7, TT.

Weil ähnlich wie VW auch Daimler die Rücknahme von verschiedenen Mercedes-Benz-Modellen befürchten muss, hat der Konzern auf den (erneuten) Zwangsrückruf des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) reagiert.

 

Formal heißt es zwar, dass die Beträge für laufende behördliche Verfahren und Maßnahmen um Dieselautos zurückgestellt werden, in erster Linie geht es aber um die Rücklagen wegen drohenden Schadensersatzes.

Kaum ist der langjährige Vorstandschef der Daimler AG Dieter Zetsche in den Ruhestand verabschiedet worden, hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) am 21.06.2019 einen weiteren Zwangsrückruf für die Daimler AG wegen Einbau von Betrugssoftware verhängt. Daimler soll bei dem Dieselmodell GLK 220 CDI die Motortemperatur manipuliert haben. Daimler bestreitet den Betrug und will Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Es ist allerdings so, dass der Entscheidung ein Anhörungsverfahren vorausging, dass die Mercedes-Ingenieure und insbesondere Dieter Zetsche nicht dazu nutzen konnten, den gegen sie erhobenen Verdacht zu entkräften. Im Gegenteil: Neben den Motoren OM 651 und OM 642 sind möglicherweise noch mehr Modelle betroffen. Das könnten am Ende mehr als eine halbe Millionen Fahrzeuge sein.

Die Groupe PSA ist ein französischer Automobilhersteller, zu dem die Marken Citroën, GS, Opel, Peugeot und Vauxhall gehören. Seit dem Zusammenschluss ist PSA gemessen an den Absatzzahlen derzeit zweitgrößer Autobauer Europas. Vor dem Deal gehörte Opel zu General Motors. Die unter der Ägide der Amerikaner entwickelten Fahrzeuge sollen seinerzeit mit unzulässigen Abschalteinrichtungen versehen worden sein. Das betraf Opel Zafira, Opel Cascada und Opel Insignia, jeweils die Dieselmodelle CDi. Der PSA-Konzern versuchte, die Verantwortlichkeit für den Dieselbetrug den Amerikanern anzuhängen. Zumindest im Eilverfahren ist das bislang gescheitert.

Unter der Referenznummer 8643 verlangt das Kraftfahrtbundesamt aktuell den Rückruf von zwei Opel-Modellen wegen Überschreitung des Euro-6d-TEMP-Grenzwertes für Stickoxide. Das Neue daran ist: Es handelt sich um Benziner.