Nur weil viele Personen sich über Operationen optimieren, heißt das noch lange nicht, dass solche Operationen nicht gefährlich sind. Nur weil etwas selbstverständlich in Anspruch genommen wird, ist es deswegen nicht harmlos.

 

Ausgangspunkt ist: Jedes Öffnen des Körpers durch Überwindung der äußeren Schutzhülle birgt Gefahren für den Körper.

 

Jeder der eine Schönheitsoperation erwägt, sollte sich mindestens folgende vier Fragen stellen:

 

(1) Kann das der avisierte Arzt überhaupt?

 

Wer sich als „Schönheitschirurg“ bezeichnet, ist in der betreffenden Fachdisziplin nicht unbedingt der „Held“. Manchmal werden die Bezeichnungen einfach gewählt, um sich ein neues Geschäftsfeld zu eröffnen und heimlich am Patient zu üben. Wer schon viele ästhetische Operationen durchgeführt hat, kann die Zusatzqualifikation „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ erwerben. Dann kommt es darauf an, was das Spezialgebiet des Arztes ist. Lassen Sie sich das Ergebnis erfolgreicher Operationen zeigen. Sind Sie im Zeitalter von Photoshop und Imagewerbung für Ärzte bei der Überprüfung ausreichend kritisch.

 

(2) Stellen Narkosen eine Gefahr dar?

 

Ja, es kommt immer wieder zu Komplikationen. In Deutschland liegt das Risiko, durch eine Narkose zu sterben, bei 1:250.000. In vielen Fällen wird Propofol verabreicht. Gestorben an dem Medikament Propofol ist beispielsweise Michael Jackson. Er war eben gerade der Zweihunderfünfzigtausendste.

 

(3) Kann ich mich bei einer Schönheitsoperation infizieren?

 

Seit Jahren halten in die Krankenhäuser und Arztpraxen mehr und mehr multiresistente Keime Einzug. Jetzt spielt das eingangs gesagte eine wesentliche Rolle: Jede Öffnung des körperlichen Schutzmantels (Haut) erhöht das Risiko, dass Keime über die Operationswunde eintreten um ein Vielfaches. Schon mit Schürfwunden sollte man Risikozonen nicht mehr betreten. Ist Hygiene nicht das oberste Gebot in der Praxis, kommt es früher oder später zu Infektionen von Patienten.

 

In München haben schlampige Operationsbedingungen in nur einem Jahr mehrere dutzend Personen nach Schönheitsoperationen ziemlich entstellt. Neben einem enttäuschenden Ergebnis, leiden eine Reihe von Patienten an multiresistenten Keimen, die zum Teil nekrotisch und aggressiv wüten.

 

Das heißt im Klartext: Eigentlich sollte man jeden Schnitt und jeden operativen Eingriff soweit es geht vermeiden oder minimieren.

 

(4) Wie schlimm ist es für mich, wenn die Operation nicht zum Erfolg führt und daneben geht?

 

Der Einstieg hier ist eine ordentliche und umfassende Risikoaufklärung durch den behandelnden Arzt. Zu den ersten drei Fragen müsste der Arzt von sich aus zu sprechen kommen. Welche sonstigen Risiken bestehen, sollte der Arzt einem detailreich erläutern und nicht nur auf irgendwelche Vordrucke verweisen. Der Arzt sollte im Vorfeld erklären, nach welcher Operationsmethode er vorgeht. Ärzte haften allerdings auch, wenn sie Operationsmethoden anwenden, für die sie nicht ausgebildet sind oder die sie nicht ausreichend beherrschen. Leider hat man hier Gewissheit erst nach der Operation.

 

Wenn Sie die vorigen Fragen gestellt haben, machen Sie den Eingriff davon abhängig, ob Sie ausreichende Antworten erhalten haben. Im Zweifel nochmals jemanden hinzuziehen.